3. Trinationales Einzelhandelsforum stieß auf große Resonanz

Ohne Einzelhandel keine Innenstädte!

Die Entwicklung der Innenstädte stand im Fokus des dritten Einzelhandelsforums der „Charlemagne Grenzregion“, das am 24. September in der Nadelfabrik in Aachen stattfand. Mehr als 80 Teilnehmer nahmen am 3. Einzelhandelsforum der Charlemagne Grenzregion in der Nadelfabrik teil, die durch den WDR-Journalisten Ralf Raspe moderiert wurde.

Ähnlich wie  Aachen kämpfen auch die übrigen Mitglieder der grenzüberschreitenden Kooperation  mit einem zunehmenden Leerstand in den Geschäftsstraßen.

Ein Vertreter der Gemeinde Heerlen stellte mit Streetwise ein Modell vor, das auf großes Interesse stieß. Einem junges, innovativen Duo aus Heerlen ist es mit einer intensiven Beratungstätigkeit und einer engagierten Akquise, auch bei den Immobilieneigentümern, innerhalb eines Jahres gelungen, die Negativkarriere Heerlens im Hinblick auf den Geschäftsleerstand zu beenden. Zusätzlich wird von der Stichting Starterscentrum Limburg ein Extra Coaching für Unternehmer angeboten. Die Provinz unterstützt Neuansiedlungen sogar finanziell: Wenn sich gewerbliche Mieter ein leerstehendes Ladenlokal „als Co-Arbeitsraum“ teilen, leistet die Provinz Limburg einen Beitrag in Höhe von 1000 Euro pro Meter Schaufenster. Bekommt eine Straße durch die zahlreichen Maßnahmen wieder ein ansehnliches Gesicht, rücken die nächsten Einzelhändler von alleine nach, die Attraktivität steigt und die Kundenströme wachsen.

Till Schüler von der Interessengemeinschaft Holz- und Dahmengraben appellierte in seinem Vortrag an die Verantwortung aller Beteiligte. Sowohl die Einzelhändler und die Kommune als auch die Immobilieneigentümer hätten es gemeinsam in der Hand, ob eine Straße attraktiv sei oder eben nicht. Leider gebe es nicht besonders viele gute Beispiele für eine intensive Zusammenarbeit, hinzu käme, dass allerorten die Mietpreise für den Einzelhandel in guten Lagen massiv ansteigen und bei einem geringeren Umsatz nicht mehr zu bezahlen seien. Die Folgen – Geschäftsaufgaben – führten leider selten zu einem Absenken der Miete, der Leerstand bleibe bestehen, der erste Schritt zu einem Sinken der Attraktivität sei getan.

Dr. Jan Gerd Hospers von der Universiteit Twente wies auf den demographischen Wandel hin, der auch vor der Kundschaft des Einzelhandels nicht Halt mache. Städtebauliche Bedürfnisse aber auch neue Konzepte im Einzelhandel, bspw. ein besserer Service, Bringdienste etc., müssten noch stärker umgesetzt werden. Gleichzeitig seien die Kommunen gefragt, Städte mit Aufenthaltsqualität ohne Angsträume zu schaffen, die bei allen Kundengruppen ein gutes Einkaufsgefühl schaffen.

In der anschließenden intensiven Diskussion wurde deutlich, dass die Problematik des Leerstands in allen Kommunen der Grenzregion anzutreffen ist. Mit unterschiedlichen Konzepten wird dieser Problematik begegnet. Klar wurde auch, dass gerade die Eigentümer der Ladenlokale gefragt sind: Warum keine Kurzzeitgalerie? Warum kein pop-up-store – also ein kurzfristig betriebener, provisorischer Einzelhandel? Warum keine Mietsenkung oder Staffelmiete, Miete – entsprechend dem Umsatz? Und – wenn alles nicht funktioniert, bleibt noch die Umwandlung in Wohnraum.